Über den entsprechenden Beitrag von Angela (AnGEla ;-)) kam ich auf diese Blogparade zum Thema Vornamen. Da ich mich gerade etwas schwer tue, öfter zu posten, nehme ich das doch gerne mit.

Kurt Lindemann, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons
Wie zufrieden bin ich mit dem Vornamen Katja? Ach, ich finde ihn okay. Meine Eltern hatten ihn wohl nach dem Klang gewählt; wie mein Bruder habe ich keinen zweiten Vornamen. Darüber war ich nie traurig, weil ich einige kenne, deren zweiter (und dritter) Vorname dazu diente, irgendwelche alten Tanten oder Großväter zu befriedigen. Eine Freundin von mir aus der Schule hatte tatsächlich die weiteren Vornamen „Nelli Ofelia“, was wir Kinder sehr lustig fanden.
Meine Mutter hatte mir mal erzählt, dass vor meiner Geburt auch Anuschka zur Wahl gestanden hätte. Irgendwie hatte meine Mutter damals, was Vornamen anging, eine russophile Phase. Anuschka wurde verworfen, weil ich dann zwei „sch“ im Namen gehabt hätte. Mir ist Katja auch lieber.

fletcherjcm, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons
Der Name ist bei Gleichaltrigen und etwas älteren Frauen häufig, in meiner Alterskohorte ist er unter den Top 10 der beliebtesten weiblichen Vornamen gewesen; immerhin war er nicht ganz so allgegenwärtig wie damals Nicole oder Melanie. Inzwischen wird er wohl nur noch selten vergeben.
Gut fand ich bei Katja immer, dass man den Namen nicht zu einer doofen Abkürzung verstümmeln kann. Nur eine Freundin nannte mich eine Zeit lang scherzhaft „Kathy“, weil ich sie, ebenso scherzhaft, statt Nathalie „Naddel“ nannte. Meine Oma und meine Mutter nannten mich, besonders dann, wenn sie mich sanft rügten, „Katinka“. Auch eine liebe Freundin nennt mich manchmal so. Katinka gefällt mir eigentlich noch besser als Katja.
Richtig kacke fand ich als Grundschulkind nur dieses natürlich allgemein bekannte Heino-Lied, ihr wisst schon: „Jaja, die Katja, die hat ja Wodka im Blut …“
https://www.youtube.com/watch?v=UeC-LIa3YIw
Was mir auch nicht so richtig an meinem Namen gefiel, war die (vermeintliche?) Bedeutung: „die Reine“. Ich bekam irgendwann mal eine Tasse geschenkt, auf der neben meinem Namen irgendwo ein Sprüchlein stand von wegen, wie rein ich doch sei. Für mich klang Reinheit immer sehr nach Langeweile, Biederkeit, Spaßbremse. Aber stimmt das überhaupt mit der Reinheit?

Giovanni Lanfranco, Public domain, via Wikimedia Commons
Katja leitet sich ja vom russischen Jekaterina ab, das wiederum die dortige Variante von Katharina ist. Katharina ist die latinisierte Form des griechischen Namens Aikaterine. Aber was die Herkunft dieses griechischen Wortes angeht, scheint bei näherem Hinsehen die Variante „Reinheit“ (vergleiche auch Katharsis) erst im Christentum aufgekommen zu sein. Ich fand unter anderem auf Wikipedia auch andere Herleitungen wie:
- von hekáteros „jeder der beiden, jeder einzeln“ oder dem verwandten hekás „weit entfernt“
- vom Namen der Göttin Hekate, der seinerseits vielleicht von „weit entfernt“ abzuleiten ist
- von hekaton „hundert“
- von aikía „Frevel, Folter“

Drawing by Stéphane Mallarmé., Public domain, via Wikimedia Commons
Zur Einordnung: Ich bin ein eher netter Mensch, der nichtsdestotrotz seinen Skorpionanteil sehr mag. Und so sind mir diese Varianten näher als Reinheit. Natürlich fände ich in diesem Licht eine Herleitung vor allem von Hekate gar nicht so unspannend. Hekate ist ja wiederum eine sehr vielschichtige griechische Gottheit, die schwer fassbar ist und viele Wandlungen in ihrer Darstellung und Rezeption erfahren hat – von einer jungfräulichen Göttin oder einer Variante der großen Muttergottheit bis hin zur dunklen, alten, mit Magie assoziierten Figur. Das zeigen auch ihre vielen Beinamen Hier habe ich eine ganz interessante Zusammenstellung zu Hekate gefunden.
Hundert und „einer von beiden“ ergibt wiederum als Namensquelle für mich wenig Sinn, und Folter? Wie schon gesagt, ich bin ja im großen und ganzen ein recht umgängliches Wesen.
Aber vielleicht bin ich auch nur einfach weit, weit weg. Liegt vielleicht am Wodka im Blut, jaja…




























